Mit dem Fluxkompensator gegen Parkinson

Dr. med. Ilona Csoti

Den zur Zeit bekanntesten Parkinson-Patienten Michael J. Fox kennen die meisten aus dem erfolgreichsten Film des Jahres 1985 in den USA "Zurück in die Zukunft". Ähnlich bekannt und berühmt ist wohl das Kernstück der Zeitmaschine in diesem Film, genannt der "Fluxkompensator", welcher die "Verdichtung des Zeitflusses" möglich machte. Obgleich es sich wohl um eine falsche Übersetzung des englischen Originalbegriffes handelt, setzte sich dieser Begriff durch, ging in die deutschsprachige Popkultur ein und wird seit dieser Zeit scherzhaft für hochentwickelte, unverständliche und Wunder verheißende Technik verwendet.

In einer aktuellen Pressemeldung (vom 20.10.2016) des Forschungsverbandes Berlin e.V. wird in Anlehnung daran über einen "Neuen Ansatz zur Parkinson-Diagnostik mit Fluxkompensator" berichtet. Die Arbeitsgruppe um den Physiker Leif Schröder entwickelt am Berliner Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) ein neues Projekt zur möglichen Früherkennung von Parkinson. Hier geht es jedoch nicht um eine "Verdichtung des Zeitflusses", sondern um den Magnetfluss,. Um schärfere Bilder zu erhalten, benötigt man stärkere Magnetfelder. Dies ist jedoch nur begrenzt möglich. Eine Methode arbeitet mit sehr intensivem infrarotem Laserlicht, um die Magnetisierung des Edelgases Xenon künstlich zu verstärken. Die dabei erreichten Signalstärken erlauben den Nachweis bisher nicht zugänglicher kleinere Substanzmengen. Die Arbeitsgruppe um Leif Schröder entwickelt bereits seit einigen Jahren neue MRT-Verfahren mit einer solchen Art "Fluxkompensator". In einem neuen Projekt, welche von der Michael J. Fox Foundation mit 349.500 US $ Jahre gefördert wird, soll nun diese Technik in der Früherkennung von Parkinson Eingang finden. Die gewünschte Empfindlichkeit wäre sonst nur mit einem 20.000-fach stärkeren Magnetfeld erreichbar, dies würde allerdings nur auf einem Neuronenstern vorkommen. Im Rahmen dieses Projektes soll eine neue Art Kontrastmittel für die MRT mit künstlich magnetisiertem Xenon entwickelt werden. Mit diesem Kontrastmittel soll die Anwesenheit von Alpha-Synuclein bereits nachgewiesen werden, bevor es zu den bei Parkinson nachgewiesene Verklumpungen kommt. Ein neuer Brückenschlag zwischen dem legendären Fluxkompensator und moderner Forschung.

Quelle: https://idw-online.de/de/news661692 Zugriff 21.10.2016

Neuer Ansatz zur Parkinson-Diagnostik mit Fluxkompensator

Karl-Heinz Karisch Pressestelle des Forschungsverbundes Berlin e.V.
Forschungsverbund Berlin e.V.

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