Karl-Ferdinand-Broll-Straße 2-4. D-35638 Leun-Biskirchen

MENSCHLICHKEIT und MEDIZIN

Karl-Ferdinand-Broll-Straße 2-4. D-35638 Leun-Biskirchen
+49-6473-305-0
info@parkinson.de
Print 🖨
Erhöhtes Parkinson-Risiko durch Golf?
Viele meiner Patienten spielen begeistert Golf. Bisher habe ich diese Sportart auf Nachfragen auch gern empfohlen, zumal Studien auf die positiven Effekte des Golfens hinweisen (2,3). Golf vereint Bewegung an der frischen Luft, es stärkt die Konzentration, den Gleichgewichtssinn sowie die Hand-Auge-Koordination, da es neben der Bewegung immer darum geht, mit dem Ball im richtigen Moment die richtige Stelle zu treffen.

Viele meiner Patienten spielen begeistert Golf. Bisher habe ich diese Sportart auf Nachfragen auch gern empfohlen, zumal Studien auf die positiven Effekte des Golfens hinweisen (2,3). Golf vereint Bewegung an der frischen Luft, es stärkt die Konzentration, den Gleichgewichtssinn sowie die Hand-Auge-Koordination, da es neben der Bewegung immer darum geht, mit dem Ball im richtigen Moment die richtige Stelle zu treffen.

In einer kürzlich erschienen, besorgniserregenden US-amerikanischen Studie wurde jedoch ein erhöhtes Parkinson-Risiko in der Nähe von Golfplätzen nachgewiesen (1). Als Grund dafür wird eine hohe Pestizid-Belastung angenommen. Diese wiederum sind als Ursache von Parkinson bereits viele Jahre bekannt und in zahlreichen hochwertigen Studien beschrieben. Aus diesem Grund wurde Parkinson letztes Jahr als Berufskrankheit anerkannt für Personen, die Pestiziden langjährig und häufig im beruflichen Kontext ausgesetzt waren.

Was besagt die Studie?

Diese neue Studie über Golfplätze und Pestizide umfasst 25 Jahre medizinische Daten von 1991 bis 2015 und untersucht die Bewohner mehrerer Landkreise im Südosten Minnesotas. In dem genannten Zeitraum erkrankten 419 Männer und Frauen an Parkinson, sie wurden mit über 5000 nicht an Parkinson erkrankten Vergleichspersonen verglichen.

Insgesamt ergab die Studie, dass Menschen, die innerhalb einer Meile (≈1.6 km) eines Golfplatzes lebten, 2,26-mal (126%) häufiger eine Parkinson-Diagnose erhielten als diejenigen, deren Häuser zehn oder mehr Meilen entfernt waren. Weiter vom Fairway (Erklärung siehe unten) entfernt zu sein, schien zu helfen: Im Schnitt nahm die Wahrscheinlichkeit einer Parkinson-Diagnose um 9% pro Meile Entfernung vom Golfplatz ab.

Auch in Haushalten, welche von einem öffentlichen Wassersystem versorgt wurden, das mindestens einen Golfplatz enthielt, war das Parkinson-Risiko 96% höher als in Haushalten, deren Wassersysteme keinen Golfplatz innerhalb ihrer Grenzen hatten, und etwa 50% höher als bei Menschen, die private Brunnen nutzen. Wenn sich ein Golfplatz in einem Gebiet mit Grundwasser befand, das anfällig für Kontaminationen war, war das Parkinson-Risiko 82% höher als in weniger gefährdeten Gebieten mit einem Golfplatz.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Pestizide, welche in diesen Regionen verwendet wurden, um den Golfplatz-Rasen zu pflegen, in das Trinkwasser fließen könnten, was das Parkinson-Risiko für die gesamte Umgebung erhöht. Auch die Golfer selbst sind während des Aufenthaltes auf dem Platz durch Inhalation der Aerosole den Toxinen ausgesetzt.

In zumutbarer Entfernung darf keine andere Parkmöglichkeit bestehen und es darf max. 24 Stunden geparkt werden.

Was heißt das?

In der Studie wurde ein starker Zusammenhang zwischen dem Leben in unmittelbarer Nähe eines Golfplatzes mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Parkinson gefunden. Darüber hinaus hebt es die Wasserquellen rund um Golfplätze als primäres Mittel zur Exposition mit den Chemikalien hervor, die routinemäßig auf Golfplätzen verwendet werden.

Die Studie beweist jedoch keine Kausalität. Ob Pestizide eine kausale Rolle spielen und wie genau sie den Körper beeinflussen, ist noch nicht abschließend geklärt – dazu sind weitere Studien erforderlich. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere regionale Faktoren in einkommensstärkeren Vierteln mit einem Golfplatz zu dem erhöhten Parkinson-Risiko beitragen, etwa bestimmte Verkehrsmuster.

Einschränkungen

Die Studie wurde in den USA durchgeführt. Es ist bekannt, dass in den USA der Pestizidverbrauch auf Golfplätzen deutlich höher liegt als in Europa, was für die dortigen Golfanlagen eine bis zu 15-mal höhere Belastung bedeuten kann. Zumal dort Chemikalien verwendet werden können, die in Europa und anderen Teilen der Welt verboten sind.

Laut Golf Sustainable (https://golfsustainable.com/) (= Nachhaltigkeit im Golfsport) fordert die Europäische Golfszene (FEGGA) eine proaktive Reduzierung des Pestizideinsatzes, um das Thema anzugehen und die Zukunft des Golfsports nachhaltiger zu gestalten.

In Österreich ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reglementiert und erfordert einen Sachkundenachweis, um die Grundwasserqualität zu schützen.

Britische Golfverbände unterstützen Initiativen zur Reduzierung und zum vollständigen Verzicht auf Pestizide, um auf natürliche Alternativen umzusteigen.

Glossar

Ein "Fairway" ist im Golf der zentrale, kurz gemähte Bereich eines Lochs zwischen dem Abschlag und dem Grün, der optimale Spielbedingungen bietet und strategisch wichtige Schläge ermöglicht. Auf dem Fairway, das von Bunkern, Wasserhindernissen oder dem längeren Gras des Roughs begrenzt wird, ist der Ball leichter zu kontrollieren als in den dichteren Rough-Flächen.

Beim Golf bezeichnet das Substantiv "Rough" einen länger geschnittenen und unebenen Bereich des Platzes, der abseits des Fairways liegt.

QUELLEN

(1) Krzyzanowski B, Mullan AF, Dorsey ER, et al. Proximity to Golf Courses and Risk of Parkinson Disease. JAMA Netw Open. 2025;8(5):e259198. doi:10.1001/jamanetworkopen.2025.9198

(2) Cash MF, Ulanowski E, Danzl M. Development of a community-based golf and exercise program for people with Parkinson's disease. Complement Ther Clin Pract. 2018 Nov;33:149-155. doi: 10.1016/j.ctcp.2018.09.006. Epub 2018 Sep 24. PMID: 30396614.

(3) Bliss RR, Church FC. Golf as a Physical Activity to Potentially Reduce the Risk of Falls in Older Adults with Parkinson's Disease. Sports (Basel). 2021 May 23;9(6):72. doi: 10.3390/sports9060072. PMID: 34070988; PMCID: PMC8224548.

Weitere News
20.   Patienten-informationsveranstaltung ­in der Gertrudis-Klinik
|
LEBEN MIT PARKINSON-WAS GIBT ES NEUES? 20. Patienten­ informationsveranstaltung in der Gertrudis-Klinik
Vortrag für die JuPa-Gruppe der DPV nördliches Rheinland-Pfalz/Bad Neuenahr-Ahrweiler
|
Am 12.02.2026 besuchte ich interessierte Betroffene und Angehörige im Gemeindehaus in Bad Neuenahr zu einem Vortrag über Demenz bei Parkinson Die Parkinson-Demenz ist eine Form der Demenz, die bei Menschen mit der Parkinson-Krankheit im Verlauf der Erkrankung auftreten kann. Sie gehört zu den neurodegenerativen Erkrankungen und entwickelt sich meist mehrere Jahre nach Beginn der typischen motorischen Symptome wie Zittern, Muskelsteifheit und verlangsamten Bewegungen.
Pestizide in Lebensmitteln: Sorte und Herkunft entscheidend
|
Pestizide gelten als wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Parkinson, sind jedoch keine alleinige Ursache. Studien zeigen, dass Menschen mit langfristiger oder beruflicher Exposition, etwa in der Landwirtschaft, ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. Besonders bestimmte Herbizide und Insektizide wie Paraquat, Rotenon oder Organophosphate stehen im Verdacht, da sie Nervenzellen schädigen können, unter anderem durch Störungen der Mitochondrien und durch oxidativen Stress.
Pflegegrad (PG) bei Parkinson-Betroffenen (Teil 2)
|
Früher waren es Pflegestufen, jetzt nennt man es Pflegegrad. Sofern Sie bei den Alltagsverrichtungen Hilfe bzw. Pflege benötigen, haben Sie Anspruch auf eine Einstufung in einen der fünf Pflegegrade. Einige Parkinson-Betroffenen gehen davon aus, dass sie aufgrund der Diagnose sofort in einen Pflegegrad eingestuft werden. Dies ist jedoch nicht der Fall. Viele Patienten benötigen in den ersten Krankheitsjahren keine Hilfe und sind in den Alltagsverrichtungen selbständig.
Pflegegrad (PG) bei Parkinson-Betroffenen (Teil 1)
|
Früher waren es Pflegestufen, jetzt nennt man es Pflegegrad. Sofern Sie bei den Alltagsverrichtungen Hilfe bzw. Pflege benötigen, haben Sie Anspruch auf eine Einstufung in einen der fünf Pflegegrade. Einige Parkinson-Betroffenen gehen davon aus, dass sie aufgrund der Diagnose sofort in einen Pflegegrad eingestuft werden. Dies ist jedoch nicht der Fall. Viele Patienten benötigen in den ersten Krankheitsjahren keine Hilfe und sind in den Alltagsverrichtungen selbständig.
Neues im Bereich Zellersatz-Therapie
|
Die US-Gesundheitsbehörde gewährt der Parkinson-Zelltherapie NouvNeu001 des Biotech-Unternehmens iRegene Therapeutics einen beschleunigten Prüfstatus (Fast Trac Designation, FTD). Das ist ein wichtiger Meilenstein für iRegene Therapeutics als Biotech-Unternehmen. Neben dem Fast-Trac Prüfstatus wurde dieser Therapie ebenfalls im Januar die Bezeichnung Regenerative Medicine Advanced Therapy (RMAT) gewährt.
SUNRISE-PD
|
BioVie hat bekanntgegeben, dass die Rekrutierung von 60 Patienten für die Phase-2-Studie SUNRISE-PD abgeschlossen ist (08. Januar 2026). In der Studie wird untersucht, inwieweit Bezisterim (NE3107) die Krankheitsprogression bei Patienten beeinflussen kann, deren Parkinson-Diagnose nicht länger als vier Jahre zurückliegt und die zuvor keine Behandlung mit Carbidopa/Levodopa erhalten haben.
Zambon Biotech meldet erste Dosisverabreichung der klinischen Phase-3b-Studie ADIP zu IPX203 bei Parkinson
|
Zambon Biotech – ein spezialisiertes Biotechnologie-Unternehmen der Zambon-Unternehmensgruppe, das den Aufbau eines wissenschaftlich fundierten und wirtschaftlich tragfähigen Portfolios innovativer und patientenorientierter Arzneimittel anstrebt – gab heute bekannt, dass der erste Teilnehmer mit fortgeschrittener Parkinson-Krankheit in die europäische Phase-3b-Studie ADIP (IPX203 bei fortgeschrittener Parkinson-Krankheit) eingeschlossen wurde. Diese Phase-3-Studie -soll die Wirksamkeit und Sicherheit von IPX203 in einem neuen Behandlungsschema im Vergleich zu Levodopa/Carbidopa (LD/CD) mit sofortiger Freisetzung (IR = sofort freisetzend) untersuchen.
So kann Tiefenhirnstimulation bei Parkinson wirklich helfen
|
"Tiefenhirnstimulation, also die Anwendung von elektrischen Impulsen durch Elektroden im Gehirn, kommt bei schweren Fällen von Parkinson zum Einsatz. Was gruselig klingt, bringt Betroffenen aber oft Erleichterung. Neue Untersuchungen zeigen jetzt, wie das Verfahren genau da wirkt, wo es soll.
Neu bei uns: brainLight Massagesessel
|
Genießen Sie ein Massageerlebnis der Premiumklasse, das Sie – je nach Ebbe und Flut Ihres Lebens – genau so sanft oder intensiv unterstützt, wie Sie es wünschen! Zwei Massagemechanismen arbeiten synchron von Nacken bis Fuß, dank intelligentem Bodyscan perfekt auf Ihren Körper abgestimmt.
Print 🖨
Scroll to Top