DVon Andrea Hertlein - 20.01.2026
Für Sie gelesen, zitiert (leicht modifiziert) und mit einem Vorwort versehen von Dr. Ilona Csoti, 08.02.2026
Vorwort
Pestizide gelten als wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Parkinson, sind jedoch keine alleinige Ursache. Studien zeigen, dass Menschen mit langfristiger oder beruflicher Exposition, etwa in der Landwirtschaft, ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. Besonders bestimmte Herbizide und Insektizide wie Paraquat, Rotenon oder Organophosphate stehen im Verdacht, da sie Nervenzellen schädigen können, unter anderem durch Störungen der Mitochondrien und durch oxidativen Stress. Das Risiko ist vor allem dann erhöht, wenn zusätzlich eine genetische Veranlagung besteht. Dennoch gilt: Nicht jede exponierte Person erkrankt an Parkinson, und viele Betroffene hatten keinen bekannten Kontakt zu Pestiziden. Aus diesem Grund halte ich den nachfolgenden Artikel für Sie vielleicht interessant:.
Lebensmittel in Deutschland enthalten nur selten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oberhalb der gesetzlich festgelegten Rückstands Höchstgehalt. Das geht aus der „Nationalen Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln 2024“ hervor, die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht wurde. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Proben ohne quantifizierbare Rückstände um rund 10 % gestiegen.
Überschreitungen der geltenden Rückstands Höchstgehalt blieben insgesamt selten. Auch bei häufig verzehrten Lebensmitteln wie Tomaten, Kartoffeln oder Äpfeln wurden 2024 kaum oder gar keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Auffällig waren jedoch einzelne Produktgruppen: Die meisten Überschreitungen bei Lebensmitteln mit mindestens 100 untersuchten Proben traten bei Mangos auf (16,3 %), gefolgt von Paprika-Fruchtgewürz (11,7 %) und Grünkohl (8,4 %). Bei der Gruppe der verarbeiteten pflanzlichen Lebensmittel waren, wie schon im Vorjahr, vor allem verarbeitete Weinblätter auffällig. So wurden die Rückstandshöchstgehalte bei 81,8 % der untersuchten Proben von in Lake vor- und zubereiteten Weinblätter überschritten. Darüber hinaus wurden häufige Überschreitungen von mehr als 10 % bei getrockneten Wildpilzen und getrockneten Datteln festgestellt.
Deutliche Unterschiede zeigen sich weiterhin in Abhängigkeit von der Herkunft der Proben. „Wir sehen seit Jahren, dass die Herkunft der Erzeugnisse großen Einfluss auf darauf hat, ob und in welchem Umfang Pflanzenschutzmittelrückstände nachweisbar sind“, so Professorin Böhl. Während lediglich bei 1 % der Proben aus Deutschland und bei 1,5 % der Proben aus anderen EU- Mitgliedsstaaten Rückstandshöchstgehalte überschritten worden, lag diese Anteil bei Erzeugnissen aus Nicht-EU-Ländern bei 6,7 %. Allerdings verzeichnete das BVL hier einen positiven Trend: Im Vergleich zum Vorjahr sank die Quote der Überschreitungen bei Importen aus Drittstaaten um 1,8 % Punkte. Die Werte für die Produkte aus Deutschland und anderen EU Ländern blieben nahezu konstant.
Lebensmittel aus ökologisch Landbau deutlich weniger belastet
Unterschiede ergaben sich auch zwischen ökologisch und konventionellem Anbau. So wiesen 80,1 % der Proben aus ökologischem Anbau keine quantifizierbaren Rückstände auf. Bei konventionell erzeugten Lebensmitteln lag dieser Anteil mit 45,9 % deutlich niedriger. Wie in den Vorjahren wurden bei etwa einem Drittel aller untersuchten Probenrückstände von mehr als einem Pflanzenschutzmittelwirkstoff festgestellt. Nach Angaben des BVL sein Mehrfachrückstände zu erwarten, da moderne Pflanzenschutzmittel gezielt gegen bestimmte Schadenserreger eingesetzt werden und Wirkstoffwechsel notwendig sind, um Resistenzen zu vermeiden. Besonders häufig taten Mehrfachrückstände unter anderem bei Kirschen, Trauben, Erdbeeren, Äpfeln, Bananen, Paprika, Mangos, Tomaten, Gurken, Grünkohl sowie Tee auf.
Das BVL betont, dass Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln nur dann zulässig sind, wenn sie unterhalb der festgelegten Höchstgehalt liegen und gesundheitlich unbedenklich sind. Eine Überschreitung dieser Höchstgehalt bedeute nicht automatisch ein Gesundheitsrisiko. Die untersuchten Proben stammen aus risikoorientierten Kontrollen der amtlichen Lebensmittelüberwachung der Bundesländer. Im Jahr 2024 wurden mehr als 6,3 Millionen Einzelanalysen auf insgesamt 1064 verschiedenen Stoffen durchgeführt.
Quelle:
Andrea Hertlein. Pestizide in Lebensmitteln: Sorte und Herkunft entscheidend – Univadis – 20.01.2026
