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Ergotherapie bei Morbus Parkinson
„Ergotherapie – was ist das eigentlich?“ Diese Frage hören wir fast täglich in unserem Klinikalltag. Das Wort „Ergo“ kommt aus dem Altgriechischen: ἔργον érgon. Das bedeutet auf Deutsch so viel wie „Werk“ oder „Arbeit“. In der offiziellen Definition wird Ergotherapie folgendermaßen beschrieben:

Ergotherapie bei Morbus Parkinson

Lisa Rühl und Kathrin Schätzle Juni 2020


„Ergotherapie – was ist das eigentlich?“ Diese Frage hören wir fast täglich in unserem Klinikalltag.


Das Wort „Ergo“ kommt aus dem Altgriechischen: ἔργον érgon. Das bedeutet auf Deutsch so viel wie „Werk“ oder „Arbeit“. In der offiziellen Definition wird Ergotherapie folgendermaßen beschrieben:

„Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.“

(DVE 08/2007)


Es gibt eine Vielzahl an Therapiemaßnahmen, die in der Behandlung von Parkinsonpatienten sinnvoll sind. Dabei ist es wichtig, zu Beginn ein gemeinsames transparentes Behandlungsziel festzulegen, ganz entsprechend der individuellen Bedürfnisse und Wünsche des Patienten.


Im Folgenden wollen wir einige mögliche Therapiemaßnahmen kurz vorstellen.

Detonisierende (muskelentspannende) Maßnahmen:

Um physiologische Bewegungen bzw. Bewegungsabläufe adäquat ausüben zu können, ist eine Lockerung der Muskulatur zu Beginn der Therapie notwendig. Dies kann durch aktive Dehnungsübungen oder passives Durchbewegen erreicht werden.


Feinmotorik-Training:

Durch gezieltes Training werden die Fingergeschicklichkeit und die Hand-Hand-Koordination verbessert, sowie die Handmuskeln gekräftigt. Ferner wird auch die Mobilisation der Gelenke gefördert, was die Entstehung von Kontrakturen verringert. Hier kommen die verschiedensten Therapiemedien zum Einsatz, wie z.B. Therapieknete, Igel-Ball, Tücher, Knöpfe, Papier, Korken etc.


Schreibtraining:

Um einer Verkleinerung der Handschrift entgegenzuwirken, werden unterschiedliche Lockerungs- und Schwungübungen durchgeführt. Zudem werden dem Patienten Tipps & Tricks gezeigt, wie er mit der Handschriftproblematik im Alltag umgehen kann.


Gedächtnistraining:

Da im Verlauf der Erkrankung die Denkabläufe verlangsamt und/oder gestört sein können ist es sinnvoll, durch gezielte Übungen die entsprechenden Fertigkeiten zu trainieren. Eine Trainingseinheit kann aus Aufgaben folgender Bereiche zusammengesetzt sein: Kurzzeitgedächtnis, Konzentration, Aufmerksamkeit, räumliche Wahrnehmung, Kommunikation, Handlungsplanung, Logik etc. Ein individuell angepasstes Gedächtnistraining kann helfen, geistige Leistungen zu erhalten und die Angst reduzieren, mit zunehmendem Alter vergesslich zu werden.


Alltagstraining mit Hilfsmittelberatung:

Durch Parkinson sind viele alltägliche Bewegungen stark eingeschränkt. Allzu oft scheint eine Hilfsperson unabdinglich zu sein. Jedoch kann durch ein gezieltes Alltagstraining (Ankleiden, Körperpflege etc.) die Selbstständigkeit gefördert werden. So wird z.B. praktisch das Ankleiden durchgeführt und dann gemeinsam Wege erarbeitet, wie es besser laufen kann. Außerdem wird bei Bedarf der Einsatz eines Hilfsmittels (z.B. Greifzange, Sockenanziehhilfe, Knopfschließhilfe) erprobt.


Mimisches Training/Augentraining bei Blickparese:

Zur Behandlung der reduzierten Mimik bzw. Augenbeweglichkeit (bei Blickparese) kann durch ein individuell angepasstes Übungsprogramm der Gesichtsausdruck/die Augenbeweglichkeit verbessert werden. Dies beinhaltet sowohl aktive Übungen der entsprechenden Muskelgruppen, als auch passives Lockern der Gesichtsoberfläche.


Kreatives Arbeiten:

Mit handwerklich-kreativen Arbeiten können sowohl feinmotorische als auch kognitive Defizite (Handlungsplanung, Konzentration) trainiert werden. Zudem wird durch das Herstellen eines Objektes das Selbstbewusstsein gefördert und eine Hobbyentwicklung zur Entspannung und Ablenkung kann angeregt werden.


Sturzprävention:

Da ein erhöhtes Sturzrisiko besteht, ist das Informieren und Sensibilisieren für mögliche Stolperfallen (z.B. Teppiche, ungeeignetes Schuhwerk, Treppenstufen usw.) und deren Vermeidung unerlässlich.


Haltungsschulung:

Eine aufrechte Körperhaltung ist der Ausgangspunkt einer jeden Einheit. Dies kann durch verbale Korrektur und/oder auch visuelle Kontrolle geschehen und/oder durch gezielte Übungen zur Verbesserung der Stabilität.


Patienten mit Parkinson-Syndromen werden durch die Ergotherapie konkret mit ihren Funktionseinbußen im Alltag konfrontiert, dadurch kann es im Einzelfall zur Resignation und Ermüdung kommen. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Patienten ermutigen, sich ihren Problemen zu stellen und gemeinsam mit uns Wege zur Bewältigung zu finden. Ergotherapie darf und soll auch Spaß machen, damit die Motivation beim Training bestimmter Verhaltensweisen wächst. Dabei ist es nicht nur hilfreich, sondern eigentlich unerlässlich, ein konkretes Ziel für die Verbesserung des Alltags im Auge zu behalten. Selbst kleine erfolgreiche Schritte auf dem Weg dorthin sind erfreulich und können „gefeiert“ werden. Unsere Aufgabe als Ergotherapeuten ist es, den uns anvertrauten Patienten eine größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag zu ermöglichen.


Wir freuen uns, wenn wir dazu beitragen können, ihre Lebensqualität zu verbessern.

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